Selbsthilfegruppe "Erektile Dysfunktion (Impotenz)"

Potenz und Impotenz, retrograde Ejakulation
Günther
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Selbsthilfegruppe "Erektile Dysfunktion (Impotenz)"

Beitragvon Günther » 30.06.2006, 21:43

In Deutschland gibt es rund 80.000 Selbsthilfegruppen, aber nur eine einzige, die Erektionsstörungen (umgangssprachlich Impotenz, medizinisch korrekt "erektile Dysfunktion", kurz ED) zum Thema hat. Daraus könnte man schließen, dass Erektionsstörungen nur sehr selten vorkommen oder dass sie für betroffene Männer kein Problem darstellen. Beide Annahmen haben mit der Wirklichkeit nichts gemein. Einerseits gibt es nach einer 1998 durchgeführten Studie in Deutschland rund 4,5 Millionen Männer mit einer erektilen Dysfunktion. Das sind rund 20% aller Männer zwischen 30 und 80 Jahre. Andererseits ruft der Verlust der Erektionsfähigkeit bei praktisch jedem Mann, der nicht schon aus anderen Gründen das Interesse an Sexualität verloren hat, das Gefühl hervor, ein Versager zu sein. Diese Minderwertigkeitsgefühle und die damit verbundene Scham beeinträchtigen oft nachhaltig die Lebensqualität und belasten die Beziehung.

Unsere Aktivitäten
Als Selbsthilfegruppe liegt natürlich ein Schwerpunkt unserer Arbeit in den monatlichen Gruppentreffen in München. Dabei haben wir nur selten ein festes Programm, der Austausch über persönliche Erfahrungen und Fragen steht im Vordergrund.

Unser Internet-Auftritt www.impotenz-selbsthilfe.de informiert auf rund 100 Seiten umfassend und verständlich über Ursachen, Diagnose und Therapie der erektilen Dysfunktion. Weitere Schwerpunkte sind der persönliche und partnerschaftliche Umgang mit dem Problem sowie die Kostenübernahme für Diagnose und Behandlung durch die Krankenkassen. Pro Monat registrieren wir mehr als 100.000 Aufrufe unserer Seiten.

Betroffenen Männern und Frauen bieten wir Kontakt per eMail und Telefon an. Dabei geht es einerseits um viele sachliche Fragen, wie sie bei jeder Krankheit auftauchen: Arztsuche, Erfahrung mit Behand­lungs­methoden, Kostenübernahme durch Krankenkasse, u.s.w.. Andererseits geht es um die persönliche und partnerschaftliche Bewältigung des Problems. Dazu haben wir natürlich keine Patentrezepte, vielmehr suchen wir mit den Betroffenen zusammen nach Wegen, die der konkreten Situation angepasst sind. Selbstverständlich ersetzt der Kontakt mit uns keinen Arzt- oder Psychotherapeutenbesuch, kann aber dazu beitragen, diesen Besuch gut vorzubereiten und als mündiger Patient aufzutreten. Pro Monat beantworten wir 40 bis 60 eMails und 25 bis 40 Anrufe.

Mit unserer Öffentlichkeitsarbeit (Mitarbeit bei Beiträgen zum Thema ED in Fernsehen, Rundfunk und Zeitschriften; Vorträge zum Thema ED) tragen wir dazu bei, dass die ED vom Makel des persönlichen Versagens befreit und als "normale" Krankheit gesehen wird.

Unser Angebot
Bei Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Nieren- und Leberschäden, Parkinson, MS, Prostata-, Blasen- und Darm- und Hodenkrebs u.s.w. treten sexuelle Funktionsstörungen gehäuft auf, entweder durch die Krankheit selbst bedingt oder durch die Theraoie (Medikamente, Operationen). Bei vielen Paaren entwickelt sich dann die gestörte Sexualität zu einer zusätzlichen Belastung in einer ohnehin schon schwierigen Situation. Das muss nach unserer Erfahrung nicht so sein. Auch bei einer Beeinträchtigung sexueller Funktionen kann die Sexualität eine Quelle von Lebensfreude sein und Akzeptanz und Nähe vermitteln. Wir möchten daher dazu beitragen, dass in entsprechenden Selbsthilfegruppen auch der Umgang mit Sexualstörungen thematisiert wird. Wir sind gerne bereit, in Selbsthilfegruppen eine Veranstaltung (Vortrag mit Diskussion) zum Thema Erektionsstörungen durchzuführen.

Darüber hinaus stehen wir (wie oben beschrieben) Einzelpersonen und Paaren zum Erfahrungsaustausch über alle Aspekte von Erektionsstörungen zur Verfügung. Als selbst Betroffene kennen wir natürlich auch das Gefühlschaos, das Erektionsstörungen hervorrufen können. Wir möchten deshalb gerade auch die Männer zum Kontakt mit uns ermutigen, die noch nicht beim Arzt waren oder noch nicht mit ihrer Partnerin über ihre Probleme reden konnten.
Günther
Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz)

Günther
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Neue Selbsthilfegruppen Erektionsstörungen

Beitragvon Günther » 27.12.2007, 17:18

Viele Männer mit Erektionsstörungen fühlen sich nicht mehr als "richtiger Mann" und sind verzweifelt über ihren Zustand. Das nagt am Selbstwertgefühl und hat oft gravierende Folgen für die Beziehung, die sozialen Kontakte und auch auf die Arbeitsfähigkeit.

Aus dieser Verzweiflung und Isolation gibt es einen bewährten Ausweg: das Gespräch mit anderen Betroffenen. Es tut einfach gut, sich mit anderen betroffenen Männern auszutauschen. Die Solidarität untereinander und das Erlebnis, dass da keine "Schlappschwänze" sondern gestandene Männer zusammenkommen, hilft das eigene Problem in einem anderen Licht zu sehen. "Mann" sitzt halt nicht mehr allein zu Hause und hadert mit seinem Schicksal, sondern jeder bekommt durch die Gruppe viele Anregungen für eine trotz Erektionsstörung befriedigende Sexualität. Umgekehrt kann jeder erleben, dass auch seine Erfahrungen und Beiträge wichtig sind.

Leider gab es bis zum Herbst 2006 unter den rund 80.000 Selbsthilfegruppen in Deutschland nur eine einzige zum Thema Erektionsstörungen, die 1998 gegründete Selbsthilfegruppe „Erektile Dysfunktion (Impotenz)“ in München. Deshalb hat sich das Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit (ISG) die Aufgabe gestellt, die Gründung weiterer Selbsthilfegruppen aktiv zu fördern. Einzelheiten stehen auf der Internetseite "Mut zur Selbsthilfe".

Als Ergebnis dieser Aktivitäten sind inzwischen weitere Gruppen in Berlin, Essen, Köln, Mannheim und Stuttgart entstanden. Diese Gruppen stehen allen betroffenen Männern offen. Die Teilnahme an den Gruppentreffen ist unverbindlich und kostenlos. Einzelheiten zu den Treffen stehen auf der Internetseite "Kontakt".

Aber auch in anderen Städten sind Gruppen im Entstehen. Ich bitte alle an einer Selbsthilfegruppe interessierten Männer sehr herzlich, sich bei mir zu melden. Sobald wir in einer Stadt eine "kritische Masse" von 5 Männern kennen, werden wir die Gründung einer Selbsthilfegruppe unterstützen. Die Ursachen für die Erektionsstörung (Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Schlafapnoe, Blasen-, Darm- oder Prostatakrebs, Parkinson, MS, psychische Probleme, usw.) spielen dabei keine Rolle.

Noch ein Lesetipp: Wie kann eine Selbsthilfegruppe einem Mann mit ED helfen?
Günther

Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz)

Schock

Paar sucht Kontakt zu Anderen Geschädigten

Beitragvon Schock » 27.03.2008, 16:49

Hallo Günter,
auch wir sind ein Paar welches innerhalb von 9 Jahren bereits 2 Hodenkrebs Operationen hinter uns haben.
Wir haben Probleme damit, die für uns immer schwieriger werden.
Wir hoffen, das Du dich baldmöglichst zurück meldest.

Susi

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Beitragvon Günther » 27.03.2008, 17:03

Hallo Susi,
was meinst du mit "zurück melden"? Du kannst mich jederzeit per PN oder E-Mail erreichen.
Günther

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