Schwanger vor Ablauf der zwei Jahre

Potenz und Impotenz, retrograde Ejakulation
Nadine

Schwanger vor Ablauf der zwei Jahre

Beitragvon Nadine » 06.02.2006, 13:36

Hallo zusammen!

Mein Partner hatte Hodenkrebs. Ihm ist der linke Hoden entfernt worden und er hatte eine Chemotherapie. Die zwei Jahre nach der Chemo laufen im September ab.
Wir haben mit der Pille verhütet, nur leider ist irgendetwas schief gelaufen...
Ich bin jetzt schwanger, zwar erst im ersten Monat, aber es macht mir Angst. Meine Ärztin meint, daß es nach dem Alles oder Nichts Prinzip verläuft. Das ich das Kind verliere, wenn es geschädigt ist und es behalte, wenn alles okay ist. Ich kann das aber nicht glauben und da unsere Situation nicht die dollste ist, hoffe ich, daß mir hier jemand vielleicht helfen kann. Denn ein mißgebildetes Kind könnten wir nicht finanzieren...

Vielleicht kann mir jemand sagen, wo ich Informationen zu dem Thema bekommen könnte, da ich bisher immer nur zum Thema Kinderwunsch/ Schwangerschaft + Hodenkrebs gelesen habe, daß vor Ablauf der zwei Jahre dies nicht empfohlen wird.

Gruß
Nadine

kati

Beitragvon kati » 10.05.2006, 07:10

Hallo Nadine,

die Geschichte Deines Mannes könnte glatt dieselbe sein von meinem Mann. Er hatte auch Hodenkrebs. Linker Hoden entfernt danach Chemo. Wir müssen allerdings noch über 1 Jahr mit unserem Kinderwunsch warten. Hast Du schon mehr erfahren über Deine Schwangerschaft? Würde mich wirklich interessieren.

Viele Grüße
Kati

Nici

Beitragvon Nici » 23.06.2006, 11:51

Hallo,
Würde gern wissen was geworden ist. Haben derzeit auch noch Wartezeit aber bei meinem Freund "schwimmt" auch noch nichts..
Würde gerne mehr erfahren..
Wie viele Kurse Chemo hat dein Partner gehabt und wie lange hat es gedauert bis wieder "leben" eingekehrt ist?
Würde mich auch über eine Antwort per Mail freuen.. irishtinkerpony@web.de

Danke, wir sind derzeit auch stark verunsichert. Würde die Pille gern absetzten, da ich durch sie leider sehr viel zugenommen habe haben aber auch Angst, dass dann was passieren könnte, und es tatsächlich "schief" geht und das wollen wir nicht wissentlich riskieren...
Haben uns im Krankenhaus aber auch nur etwas von 1 Jahr wartezeit gesagt...

Nadine

Beitragvon Nadine » 19.07.2006, 13:53

Hallo Ihr Zwei!

Ich habe das Kind abgetrieben. Das war die schwerste Entscheidung meines Lebens. Aber das Risiko war zu groß... Ich hätte es aber auch nicht ausgehalten zu warten, bis man erkennt, ob es gesund ist oder nicht, ob ich es verliere oder nicht... Und er hat die Megapanik geschoben, weil ihm sein Urologe gesagt hat, daß das nicht gut gehen kann.

Okay, bei ihm schwamm wieder etwas nach eineinhalb Jahren nach der Chemo. Ihm war das nicht bewußt. Er hat eine Chemo gehabt, nachdem der Hoden entfernt wurde.
Und nach allem, was ich durchgemacht habe, kann ich beileibe nicht empfehlen, schwanger zu werden! Wir verhüten jetzt mit Pille und Kondom!
Es gibt einfach keine Informationen zu dem Thema und wer will da sein Kind zum Versuchskaninchen machen??? Ich konnte das nicht.

Liebe Grüße
Nadine

Nici

Beitragvon Nici » 20.07.2006, 15:15

Hallo,

das ist ein Mutige Entscheidung von Dir gewesen!! Ich wüsste nicht was ich machen würde..

Meinem Freund haben sie auch den linken Hoden entfernt und dann 3 Monate später festgestellt, dass der Tumor entgegen der eigentlichen Annahme doch gestreut hat. Daraufhin hat er 4 Kurse PEB bekommen. Das war allerdings auch erst letztes Jahr..
Und ein Spermiogramm hat ergeben, dass da noch überhaupt gar nichts ist. (Das haben wir machen lassen, um zu sehen, ob sich bereits etwas regeneriert hat. Wir haben Sperma eingefroren und wenn das andere wieder ok gewesen wäre, hätte man die Miete nicht für ein jahr verlängern müssen. Diese Krankheit kostet echt viel Geld und niemanden interessiert das. Den Krankenkassen ist das alles Schnuppe....)

Aber ich bin auch so sehr verunsichert, denn wer sagt mir das nach einem (wie man uns gesagt hat) oder auch nach 2 Jahren alles wieder ok ist. Es gibt halt gar keine Erkenntnisse darüber. Und für eine künstliche Befruchtung fehlt das Geld, weil auch da ist man ziemlich auf sich allein gestellt. Man wird schon ganz schön bestraft, wenn man krank ist... Als wenn dei Diagnose Krebs nicht schon reichen würde.

Das ist doch alles irgendwie sch....

Sorry ist etwas lang geworden, aber das beschäftigt uns schon sehr, da wir kurz vor der schlechten Nachricht über die Chemo eigentlich in die Familienplanung eingestiegen waren..

Gruß
Nici

Schön das es das Forum gibt und man sich hier austauschen und auslassen kann !!!

Nia

Beitragvon Nia » 22.07.2006, 10:37

Hallo,

ich würde mich gerne in Euer Gespräch einhängen :)

Bei meinem Freund wurde der Krebs im März diesen Jahres festgestellt und ich bin auf der Suche nach Leuten, die auch gern ihre Gedanken und Erfahrungen austauschen möchten.

Einiges, was Ihr geschrieben habt, kommt mir nur allzu bekannt vor und es wäre schön, sich mit Menschen auszutauschen, die das gleiche erlebt haben.

Viele Grüße

Nici

Beitragvon Nici » 25.07.2006, 13:53

Hallo Nia,

ich denke mal das sollte kein Problem sein... Dafür gibt es dies Forum ja... Und wenn Du mal etwas nicht so "öffnentlich" sagen möchtest steht es Dir natürlich auch gerne frei mir eine E-Mail zu schreiben... Addi steht weiter oben..

Habe mich letztes Jahr auch durch das ganz I-Net gelesen und versucht soviel wie möglich zu erfahren...

Liebe Grüße
Nici

Nadine

Beitragvon Nadine » 24.08.2006, 12:40

Hallo!

Vor den zwei Jahren würde ich es niemals riskieren...
Das ist die Zeitspanne, die man eigentlich überall lesen kann.
Ein guter Bekannter von mir hatte auch Hodenkrebs, in etwa die gleiche Geschichte wie bei meinem Lebensgefährten. Er hat nach vier Jahren sein erstes Kind bekommen und nach weiteren zwei Jahren noch eines. Beide sind wohlauf.
Klappen tut es schon, aber die Fristen sollten eingehalten werden.
Glaubt mir, es ist nicht lustig, eine solche Entscheidung treffen zu müssen.
Zum Wohl des Kindes sollte man den Kinderwunsch hinten an stellen, oder es dann halt mit der künstlichen Befruchtung in Angriff nehmen.
Ich denke, umso mehr Zeit vergeht, umso besser ist es für den Nachwuchs.

Mir wäre lieb, die Urologen würden sich mal mit den Gynäkologen zusammensetzen und mal eine aufklärende Broschüre rausbringen mit Statistiken, etc.
Denn es kann doch nicht sein, daß meine Frauenärztin mir das mit dem Alles-oder-Nichts- Prinzip sagt und sein Urologe die Hände über den Kopf schlägt und dringenst davon abrät.
Ein anderer Urologe sagte zu mir, es müsse mir bewußt sein, daß es eine Risikoschwangerschaft sei. Und das kann ich mir mal gut vorstellen.
Verstrahlung kann ja so einige Dinge auslösen, die nicht vom Körper als fehlerhaft angesehen werden. Ich denke da an Dinge wie offener Rücken, etc.pp und hab die Tschernobyl- Kinder im Blick. Und da ist das Alles- Oder- Nichts-Prinzip echt lachhaft!
Wenn es das gäbe, dürfte es keine Behinderungen in der Art geben, wie es sie nunmal gibt.
Und mit all diesen Bildern kann ich echt nur sagen, laßt Zeit ins Land gehen! Die, die eine Ahnung davon haben sollten, scheinen da sehr unterschiedlicher Meinung zu sein.
Und ich denke, daß es daran liegt, das die Erfahrungswerte fehlen. Mir ist die Meinung des Urologen meines Lebensgefährten echt am Liebsten. Dann geht man wenigstens kein Risiko auf Kosten des Kindes ein.

Es ist natürlich eine ethische Frage, ob man der schwangeren Frau sagt, daß sie das Kind wegmachen lassen sollte. Und jede Frau muß sich in dieser Situation wohl die Konsequenzen vor Augen führen und ihre Entscheidung treffen.
Eine Broschüre wäre hier echt hilfreich... Ich kann mir nicht vorstellen, daß ich weltweit die einzige Frau bin, der das passiert ist. Und es gibt mit Sicherheit Frauen, die ihr Kind ausgetragen haben. Aber darüber findet man rein gar nichts! Es kann sein, daß diese Informationen schwer zugänglich sind, weil das Verhältnis 50:50 steht, ob gesund oder nicht und man sich die Verantwortung, die bei jedem Paar eigentlich selbst liegen müßte, schon in den Wissenschaftsreihen auferlegt. Aber richtig wäre das nicht!
Ich bin in so brisanten Fällen echt für die bestmöglichste Aufklärung und nicht einfach nur dieses "Keine Kinder vor Ablauf der zwei Jahre!".
Ich war zum damaligen Zeitpunkt nicht mit meinem Lebensgefährten zusammen, aber so wie er das erzählt, haben sie ihn nur auf die rechtzeitige Einfrierung der Samen hingewiesen und die Zeitspanne, in der er auf gar keinen Fall Kinder machen sollte.
Das hört sich bei Euren Erzählungen ähnlich an. Oder habt Ihr da doch noch mehr Informationen bekommen?
Das würde mich wirklich interessieren.

Gruß Nadine

Alex1983

Beitragvon Alex1983 » 04.09.2006, 10:43

Hallo zusammen, möchte eure Frauenrunde net unterbrechen.
Ich bin 22, und 22.12.04 wurde mir der rechte Hoden entfernt darauf in 2 zyklen PEI Chemo durch geführt. war regelmäßig bei den Nachuntersuchungen und es war immer alles OK. Anfang Juli diesen Jahres hab ich wieder schmerzen verspürt und bin gleich am Sonntag noch ins Krankenhaus. Das war 6 Wochen nach der Nachuntersuchung. Jetzt hat sich am linken Hoden auch ein Tumor gebildet um genau zu sein 2 große und 2 Kleine. Hoden wurde entfernt und 2 Zyklen PEB durchgeführt. Allerdings hatte ich in beiden Fällen keine Metastasenbildung. Ich empfehle jedem bei den ersten Anzeichen sofort zum Urologen zu gehen. Es gibt inzwischen auch Möglichkeiten nur einen Teil des Hodens zu entfernen wenn es sehr früh erkannt wird. Geht auch immer regelmäßig zur nachuntersuchung!!!

Hatte 10 Tage nach der OP mit meiner Freundin Sex, kann sie noch schwanger geworden sein? Sie hatte die Pille abgesetzt. und jetzt bleiben ihre tage aus.
Wer Kontakt aufnehmen will kann mir auch ne E-mail schreiben.
barth-alexander1983@web.de

Ich wünsche jedem viel Mut und immer positiv denken. Den Kopf in den Sand stecken bringt gar nichts

Oliver

Beitragvon Oliver » 13.01.2007, 15:53

Hallo zusammen,

ich hatte im Januar 2006 meine Diagnose Seminom rechts und TIN links. Der rechte Hoden wurde entfernt und der linke Hoden bestrahlt. Zudem wurden noch vorsorglich die Lymphbahnen im Bauchraum bestrahlt.

Auf die Frage, wie lange man mit dem Kinderkriegen aufpassen soll, hat mir mein Urologe und unabhängig auch der Strahlenarzt erklärt, dass es eigentlich "keine" Wartezeit bzgl. Kinderwunsch gibt. Spermien werden alle drei Tage neu gebildet. Nach einer "durchspühlphase" von 3 Monaten haben mir meine Ärzte das 100 prozentige OK gegeben das es kein erhöhtes Restrisiko von Fehlbildungen gibt. - Für mich eigentlich egal da meine Leydigschen Zwischenzellen (verantwortlich für die Produktion von lebensfähigen Spermien) durch die Bestrahlung zerstört worden sind. Dass jemand aus Angst ein Kind abtreibt -nur weil die "2 Jahre Wartezeit" ncoh nicht ganz um sind- kann ich absolut nicht nachvollziehen.

Wir jedenfalls versuchen jetzt dieses Jahr durch eine ICSI-Behandlung (mit vorher eingefrohrenen Spermien) ein Kind zu bekommen.

Für eine Diskussion hier oder per mail an rcb1atgmxpunktde bin ich jederzeit offen.

Gruß,
Oliver

Gast

Beitragvon Gast » 17.01.2007, 20:56

Hallo Oliver,

Eure Erfahrungen mit ICSI würden uns wirklich sehr interessieren. Bei mir wurde im Februar 2006 Hodenkrebs diagnostiziert, quasi 5 Minuten vor Realisierung der Familienplanung. Jetzt überlegen wir auch, ICSI in Anspruch zu nehmen.

Im Übrigen wurden uns für den natürlichen Weg auch immer 2 Jahre Wartezeit angeraten, nur wissen wir nicht, ob das dann wirklich noch funktioniert. Hat da jemand Erfahrungen ? Ich hatte nichtseminomatösen Keimzellmischtumor rechts, anschließend OP und 3 Phasen PEB.

Micha S

Beitragvon Micha S » 17.01.2007, 21:02

Jetzt hab ich doch glatt meinen Namen vergessen und nur als "Gast" eingetragen. Sorry! Mein Name ist Micha.

Nadine

Beitragvon Nadine » 15.02.2007, 19:02

Hallo!

@Olli:
Schön, daß Du meine Entscheidung nicht nachvollziehen kannst, aber es ist mir egal. Andere Frauen treiben aus anderen Gründen ab, die ich nicht nachvollziehen kann.
Ich kann dazu nur sagen, daß ich mein Kind nicht zum Versuchskaninchen machen wollte, WEIL die Aussagen, wie es auch Deine nun zeigt, so unterschiedlich sind!
Einfach auf die positiven zu hören, liegt leider nicht in meinem Naturell, und außerdem ging es mir hauptsächlich um die Konsequenzen für mein Kind. Ich kann mir nicht vorstellen, daß irgendeine Frau bewußt ein behindertes Kind auf die Welt bringen wollen würde. Und ein behindertes Kind hat ein verflucht schweres Leben vor sich und soviel ich weiß, versucht jedes "normal"- gestrickte Elternteil auf dieser Welt, seine Kinder möglichst vor den schlimmen Dingen des Lebens zu beschützen.
Das liegt meines Erachtens in der Sache der Natur.
Wenn unsere Situation finanziell besser gewesen wäre, hätte ich sicherlich anders entschieden, aber sie ist wie sie ist und somit hätte ich meinem Kind keine behindertengerechte Förderung angedeihen lassen können.
Andere Menschen bekommen erst gesunde Kinder, wenn die finanziellen Dinge im Leben grade laufen, also aburteile nicht, wenn Frauen sich in nicht guter- finanzieller Situation gegen ein behindertes Kind entscheiden. Für mich liefen alle Aussagen der Ärzte nämlich genau darauf hinaus - "Alles- oder- Nichts-Prinzip, Risikoschwangerschaft, auf jeden Fall Fehlbildung!" Ich hätte es nicht ertragen, das Kind in mir anwachsen zu fühlen und es dann verlieren zu müssen, bzw. feststellen zu müssen, es ist behindert und ich kann es nicht gerecht umsorgen!
Jeder entscheidet für sich selbst - und ich bin nicht der Mensch, der ein Risiko auf Kosten anderer eingeht.
Ich fühle mich mit meiner Entscheidung sicherlich nicht toll, ganz und gar nicht. Dieses Kind ist und bleibt in meinen Gedanken.
Und genau aus diesen Gründen hätte ich gerne eine solche Broschüre, wo über die Risiken aufgeklärt wird, mit wissenschaftlicher Studie im Hintergrund! Denn viele Köche verderben den Brei, weil jeder eine andere Meinung hat und ich lasse gewiß nicht mein Kind Versuchskaninchen werden und leiden, nur weil der eine meint, das geht schon in Ordnung... und andere meint, das geht auf jeden Fall schief!
Und ich habe mit einigen Ärzten geredet, ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht!
Liebe Grüße
Nadine

gast

Beitragvon gast » 12.07.2007, 15:11

wie lange müsste man warten nach einer hochdosis therapie? und wie stehen da die chanchen?

claudia

wartezeit

Beitragvon claudia » 27.08.2007, 09:45

hallo zusammen,

mein freund ist seit april in behandlung und erhält mittlerweile die 5. chemo peb. allerdings ist bei ihm bis heute kein keimzelltumor ausgemacht, er wird aber auf hodenkrebs behandelt. nun überrascht mich die ganzen beiträge hier, da uns vile ärzte sagten, dass die fruchtbarkeit an sich nicht mehr wieder kommen könnte. die samenspende vor der behandlung hat nicht mehr funktioniert, weil es meinem freund da so furchtbar schlecht ging. nun geben mir eure ganzen mail wieder hoffnung, dass doch nicht so absolut zu sehen.
zum thema wartezeit kann ich aber folgendes beitragen, ein oberarzt in dd meinte, dass man aus medizinischen gründen 1/2 jahr warten solle, es werden aber 2 jahre veranschlagt, um die familiäre situation abzusichern, da es ja rückschläge geben könnte. klingt nachvollziehbar, aber ist ist halt nur eine info von vielen..


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