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Potenz und Impotenz, retrograde Ejakulation
Boudecca

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Beitragvon Boudecca » 29.07.2005, 12:59

Hallo liebe Leute,

jetzt war ich doch ziemlich begeistert, ein solches Forum gefunden zu haben und dann auch noch diese Rubrik. und.... jetzt steht hier nichts drin, so'n Mist.

Nagut, dann fange ich halt an.
Also, zum Hintergrund.

Mein Freund hat diese niederschmetternde Diagnose. Ein Hoden wurde bereits entfernt und heute wartete der Arzt mit dem nächsten Hammer.

Die Lymphknoten sollen entfernt werden und dadurch bestünde die Gefahr, dass Nerven beschädigt werden und dadurch keinerlei Erektion mehr zustande kommen könnte.

Meine/Unsere Fragen an Betroffene oder "Wissende":
Was heißt das genau?
Ok, da wird unter Umständen nichts mehr "stehen", das ist mir klar. Aber , bedeutet das, das sexuelles Desinteresse auftritt, oder bleibt zumindest im Kopf noch alles beim Alten?
Was fühlt mann dann?
Bei berührungen oder zum Beispiel bei visuellen dingen, die einen vorher "angemacht" haben?

Würde mich riesig über Antworten freuen, habe aber natürlich auch Angst vor den Inhalten dieser Antworten.

Allles Liebe euch allen und viel Kraft für uns alle
Bou

Gast

Beitragvon Gast » 29.07.2005, 18:24

soviel ich weiß, geht bei der Lymphknotenentfernung nicht die Erektion und das sexuelle Empfinden verloren, sondern es kann evtl. die Ejakulation verloren gehen. Also es steht schon noch was, es kommt nur nichts raus. Häufig ist es wohl so, dass das Sperma nicht nach außen sondern nach innen in die Blase läuft und dann mit dem Urin ausgeschieden wird. (Aus dem Urin kann man dann auch ggfs. Sperma für eine künstl. Befruchtung entnehmen) Aber selten gibt es auch wohl überhaupt kein Ejakulat mehr. Das hängt sehr vom Umfang der Operation und von der Operationstechnik ab. Die Operation ist nicht ganz einfach und es ist wichtig, dass die Nerven geschont werden. Am Besten einen Chirurgen suchen, für den das nicht gerade die erste Lymphknoten-OP ist und auch nicht in ein kleines altmodisches Krankenhaus gehen.
Evtl. würde ich vorher auch noch Sperma zur Sicherheit einfrieren lassen, falls ihr später noch Kinder wollt.
Aber ich bin kein Arzt und 100%ig sicher bin ich mir nicht, dass nicht evtl. auch die Erektion verloren gehen kann. Aber ich hab davon noch nie gehört und ich halte es auch für unwahrscheinlich, weil dafür ja die Hormone zuständig sind, und da er den 2. Hoden ja noch hat, wird normalerweise genügend Testosteron produziert.
Ich wünsch euch alles Gute.

Boudecca

Beitragvon Boudecca » 31.07.2005, 18:33

Vielen Dank für die Antwort.

Wahrscheinlich müssen Ärzte einfach alle Eventualitäten aufzählen.

Und der Arzt hat, bei einer möglichen Nervenschädigung, definitiv vom Verlust der Erektion, nicht des Ejakulats, gesprochen.

Das klingt auch logisch.
Denn die Nerven übermitteln ja die Reize, die Hormone steuern dagegen tatsächlich, wie du schon sagst, die Samenbildung.

Stellt sich also immernoch die Frage, ob Reize egal welcher Art überhaupt noch "durchkommen" werden, so dass dadurch eine Erektion zustande kommt.
Testosteron alleine ohne Reize regelt doch nicht die Erektion, oder?

Wenn sie zustande kommt, dann brauchen wir uns wegen des noch vorhandenen Hodens keine Sorgen um das Ejakulat zu machen (Kinder möchten wir eh keine), das habe ich soweit verstanden.

Hmm,
ich glaube am meisten beruhigt mich an deiner Antwort, dass du davon bisher noch nie gehört hast, vielleicht, nein hoffentlich, malen wir auch nur den Teufel an die Wand und es geht alles gut. Zumal wir das Glück haben, ein wirklich gutes Krankenhaus gefunden zu haben, vielen Dank auch für den Hinweis.

Danke schön und alles Liebe
Bou

Blümchen

Schade das da nicht viel drin steht.

Beitragvon Blümchen » 16.09.2005, 19:13

Hallo,

ich hoffe Ihr könnt mir weiter Helfen.
Mein Freund hat Hodenkrebs und nun habe ich doch ein paar Fragen
wegen der Familienplanung, darüber findet man nicht viel.
Ist er nach der OP noch Zeugungsfähig und wie lange sollte
man warten?
Hat es irgendwelche Auswirkungen auf das Kind?
Es heist ja wenn sie nach 10 Jahren nichts mehr finden
das Er dann zu neunzig % als geheilt gilt und ich schon oft gehört habe
das durch Stress und Aufregeng das wieder hervorgerufen werden kann
gilt das auch für Hodenkrebs?
Ich würde mich über Eure Hilfe sehr freuen.

Danke alles Liebe für Euch
Blümchen

offline
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Erektion

Beitragvon offline » 28.09.2005, 22:30

Hi,

keine Erektion ist sicherlich nicht das Hauptproblem nach der Lymphknotenentfernung - sondern die sogenannte "retrograde Ejakulation". Das Sperma gelant also nicht den normalen Weg duch die Harnröhre sondern fließt rückwärts in die Blase.


Ciao


Thomas

Gast

zur Familienplanung

Beitragvon Gast » 02.10.2005, 00:30

Hallo,

normalerweise ist dein Freund nach der OP noch zeugungsfähig, weil ein Hoden ja noch da ist.
Das größte Problem für eine evtl. Zeugungsunfähigkeit ist die darauffolgende Behandlung also Chemo oder die Bestrahlung oder Lymphknotenentfernung.
Bei der Chemo und bei der Bestrahlung kann es zu einer Schädigung der Keimzellen kommen. Das ist aber meistens nur vorrübergehend.
Man sollte dann um dem Kind nicht zu schaden mit der Familienplanung warten. Wie lange kann dir nur der Arzt sagen, weil es auch von der Dosis abhängt. Ich glaube bei Chemo sagt man, dass man nach 2 Jahren auf der sicheren Seite ist. Bei der Bestrahlung der Lymphknoten ist die Wartezeit eher niedriger.

gronf
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Beitragvon gronf » 06.02.2006, 04:44

Mir steht die RLA (Retroperitoneale Lymphadenektomie) auch noch eventuell bevor und ich wurde darüber in Kenntnis gesetzt, dass es nach diesem Eingriff Probleme mit der Ejakulation geben könnte.

Die Ärzte sind dazu verpflichtet, schon aus eigenem Interesse, den Patienten zu über die Risiken zu informieren.

Nach heutigen und aktuellen Maßstäben wird die Operation aber reizfrei, bzw. "ejakulationprotektiv" durchgeführt, aber das hängt schliesslich von der Leistung und der Qualität des/der Chirurgen ab.

Mir selbst ist niemand bekannt, der nach der Hodenkrebstherapie (ob mit oder ohne RLA) seine Familienplanung ad acta legen musste. Im Gegenteil.
Alle die ich kenne, haben wunderbare (naja, meist mehr oder weniger ;) ) Kinder gezeugt.

Lieben Gruß und immer schön den Kopp aufrecht tragen. Nur nicht hängenlassen.
Gronfi

Nachtrag:
Die RLA entfällt nun, da mir im ersten Klinikum, in dem ich behandelt wurde, fälschlicherweise ein Lymphknoten untergeschoben wurde. Dafür wurde aber bei einer erneuten histopathologischen Untersuchung ein Arterienbefall (drei Arterien) entdeckt. Ich bekomme nun eine Chemo (2 Zyklen), die vorher nicht geplant war.
Denkt daran:
Es ist besser, ihr holt euch eine zweite Meinung oder lasst euch double-double-checken. Stellt euch vor, die hätten mir eine vollkommen unnötige RLA (in meinem Fall ohne das L) durchgeführt. Mit der fehlenden Chemo wär ich ganz sicher wieder rezidiv geworden.
--
Der Eineiige ist der König der Eunuchen.
(mein Paps)


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