Bestrahlung vs. Wait-And-See

Chemotherapie, Bestrahlung, Operation, alternative Methoden, Psychoonkologie, Wait and See
Kopf hoch

Bestrahlung vs. Wait-And-See

Beitragvon Kopf hoch » 03.06.2005, 00:45

Hallo Leute,

ich habe mich 7 Wochen nach der Tumor OP (Seminom, T1) für die Wait-And-See Strategie entschieden, da der Tumor sehr klein war (6mm).

Hat einer von Euch auch diese Strategie gewählt?
Welche Erfahrungen habt Ihr?

offline
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... ist sicher nicht verkehrt

Beitragvon offline » 09.06.2005, 21:56

Hallo,

die Entscheidung für Wait and See ist sicher nicht verkehrt. Neben der Grösse der Tumors gibt es aber weitere prognostische Faktoren:

-> sind die Lymphgefässe befallen ?

Was ganz klar sein muss für den Fall einer Wait and See Strategie ist die peinlich genaue Einhaltung der Nachsorgetermine. Zudem darf man sich z.B. von seinem Urologen nicht einen Ultraschall anstatt eines CT "aufquatschen" lassen. Studien haben übrigens gezeigt, daß Patienten, die die Tumornachsorge in spezialisierten Zentren durchführen lassen eine bessere Prognose haben.
Die Nachsorgemodalitäten sind in den deutschen Leitlinen sind unter:

http://www.hodenkrebs.de/arzt/konsensus2000.pdf

abrufbar.

Zudem muß man einfach die Nerven haben mit einer 15-25%igen Wahrscheinlichkeit einer Tumorprogression zu leben. Im Zweifel läuft es also so:

Man hat einen Urlaub gebucht, kurz vorher stellt sich im CT ein Lymphknotenwachstum heraus und eine Radiatio wird fällig.

Man muss also aus dem Holz geschnitzt sein diese Unsicherheit für 3-4 Jahre ertragen zu können.

PS: alternativ sind 2 Zyklen Carboplatin wahrscheinlich ähnlich effektiv wie die Radiatio.


Alles Gute


Thomas

PantaRei

Beitragvon PantaRei » 14.08.2005, 19:58

Hallo,
mir geht es ähnlich wie Dir, d.h. ähnliche Prognose und
hatte gerade schon in einem anderen Thread geschrieben:

Bei mir sagte der Prof. Urologe, bezogen auf den Vergleich Wait and See - Strahlentherapie:

"Ich schlage adjuvante Strahlentherapie vor, weil dann laufen wir den Ereignissen nicht hinterher".

Ich hätte natürlich widersprechen können, aber ich fand das plausibel, einleuchtend und war eigentlich ganz froh, dass mir ein erfahrener Prof. in einem Uniklinikum die Entscheidung abgenommen hat.

Seit vorgestern ist die Strahlentherapie vorbei und es war nicht wirklich schlimm. Kann aber somit nichts über Spätfolgen sagen. Ich fand nur die Begründung gut und zumindest die Strahlentherapie selbst war nicht besonders schlimm.

Gruss und gute Entscheidung und auf jeden Fall viel Glück, alles gute und viel Kraft

PantaRei

itsmetobi
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Re: Bestrahlung vs. Wait-And-See

Beitragvon itsmetobi » 22.09.2007, 12:21

Kopf hoch hat geschrieben:Hallo Leute,

ich habe mich 7 Wochen nach der Tumor OP (Seminom, T1) für die Wait-And-See Strategie entschieden, da der Tumor sehr klein war (6mm).

Hat einer von Euch auch diese Strategie gewählt?
Welche Erfahrungen habt Ihr?


Hey, ich habe das Gleiche hinter mir eine Tumor T1 und meine Blutwerte neutral. Habe mich nach langem Hin und Her auch mit gutem Gewissen für die Wait-and-see Therapie entschieden und meine bisherige Erstnachuntersuchung war soweit gut... nun habe ich im Oktober die zweite Nachuntersuchung. Wichtig ist es nur, dass Du mit gutem Gewissen die Nachuntersuchunhgstermin einhältst und besuchst!!!!

lg Tobi

MarkusP

Re: Bestrahlung vs. Wait-And-See

Beitragvon MarkusP » 08.04.2011, 15:23

Hallo Zusammen,

hatte letztes Jahr im Mai auch Hodenkrebs.
Lymphen waren nicht befallen.
Habe mich auch für wait and see entschieden.
Habe alle 3 Monate Ultraschall und Blutentnahme. 2x im Jahr zusätzlich CT des Torax und MAT des Abdomen. (Hab eine Kontrastmittelallergie, deswegen MAT anstatt CT)

Bisher ist alles gut. Hoffen wir das es so bleibt.
Gute Nerven benötigt man auf jeden Fall! Ich würds aber wieder tun.

Grüße,
Markus

Manu
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Registriert: 02.04.2012, 00:40

Re: Bestrahlung vs. Wait-And-See

Beitragvon Manu » 08.04.2012, 15:40

Hi,

habe vor 5 Jahren auch Hodenkrebs gehabt und das wurde sehr früh festegestellt. Bin damals direkt zum Urologen und nach der OP usw. hatten die Ärtze noch vor gehabt mir die Lymphknoten im Baubereich zu entfernen. Das war aber nicht nötig, weil sonst alles gut war bei mir. Wollten die halt vorsichtshalber noch machen.Habe mich dann für die "Wait and See" Therapie entschieden.
Ich wollte diese Chemo usw. einfach nicht machen. Es gibt Menschen, die reagieren darauf sehr extrem schlecht und ich habe mich nicht dafür entschieden.
Ich mache seit 5 Jahren diese "Wait and see" Therapie und es ist immer alles bestens gewesen. Im Juli habe ich den nächsten Termin. Blut,Urin abgeben. Ultraschall am Hoden und Nieren usw. und im Krankenhaus CT machen. Es ist imemr gut gelaufen und ich hoffe sehr, dass es so bleibt. Wenn irgendwas nicht passen sollte, dann bekommt man schnell genug die Info und dann mal sehen, wie es dann weiter geht... Die "wait and see" Therapie aber immer genau Einhalten, dann passt das schon und es ist nichts schlimmes!

VG


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