Zeugungsfähig

Chemotherapie, Bestrahlung, Operation, alternative Methoden, Psychoonkologie, Wait and See
Sven

Zeugungsfähig

Beitragvon Sven » 21.09.2004, 23:09

Hallo
Ich muss eine Chemotherapie machen, allerdings
habe ich große angst davor. Da ich gerne mal
eine Familie gründen möchte.

Wie groß ist die möglichkeit nach der Chemotherapie
wieder zeugungsfähig zu sein?

Olli P.
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Beitragvon Olli P. » 22.09.2004, 00:05

Hallo Sven,

soweit ich weiß, hat die Chemo keine weiteren Auswirkungen auf die Zeugungsfähigkeit.
Dennoch kann eine vorrübergehende Schädigung des Erbmaterials nicht ausgeschlossen werden. Daher raten die Ärzte, nach einer Chemo- Therapie mindestens zwei Jahre mit der "Kinderproduktion" zu warten.
Ich habe auch eine Chemo hinter mir. Da wir aber mit der Familienplanung abgeschlossen haben, hat mich das Thema nicht sonderlich interessiert. Ausserdem bleibt bei mir nach der großen Bauch- OP (Entfernung aller Lympfknoten im hinteren Bauchraum) der Samenerguß aus. Das heißt, der Samen wird in die Blase geleitet. Ich hätte jedoch sogar vor der OP noch Sperma einfrieren lassen können.

Du siehst also, dass es viele Möglichkeiten gibt, trotzdem eine glückliche Familie zu gründen.

Gruß
Olli
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Marcus Döring
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siehe auch hier

Beitragvon Marcus Döring » 22.09.2004, 12:11

Hallo Sven,

ergänzend zu Ollis Worten:

Auch das Tumorzentrum Berlin bspw. bestätigt, daß es zu einer Einschränkung der Zeugungsfähigkeit kommen kann und empfiehlt, über eine Kryokonservierung nachzudenken.

Tumorzentrum Berlin hat geschrieben:3.9 Wird die Zeugungsfähigkeit durch die Behandlung beeinträchtigt?
Häufig besteht bei Patienten mit einem Hodentumor eine eingeschränkte Zeugungsfähigkeit ("Fertilität").

Nach einer Chemotherapie kommt es abhängig von der Anzahl der Zyklen zu einer Schädigung der Spermienbildung. Diese ist allerdings bei den meisten Patienten reversibel. Bei der Bestrahlung ist diese Schädigung dosisabhängig. Auch die Entfernung von Lymphknoten des hinteren Bauchraumes ("RLA") kann die Zeugungsfähigkeit durch einen Verlust der Ejakulation beeinträchtigen.

Vor einer Chemo-, Strahlen- oder operativen Therapie können Spermien durch Einfrieren (Kryokonservierung) konserviert werden.


Siehe:
http://hodenkrebs.tzb.de/faq.phtml
http://www.krebsinformation.de/body_hodenkrebs.html

Ich würde das Thema auf jeden Fall mit Deinem Ärzteteam diskutieren und - bei Kinderwunsch - lieber das Geld in die Hand nehmen und ein paar Millionen Frostis einfrieren lassen.

Fazit: Zeugungsfähigkeit hängt in Deinem Fall wohl von Anzahl und Art der Chemotherapie ab.

Tip: Lies auch mal die Leitlinien (http://www.forum-hodenkrebs.de/viewtopic.php?t=38).

Tip: Laß vielleicht *vor* der Chemo abklären, ob Du überhaupt zeugungsfähig bist. Ich kenne Mitbetroffene, bei denen stellte sich raus, daß es schon vorher nicht klappte und es nicht an der Chemo/Bestrahlung lag.

Alles Gute!

Mit freundlichem Gruß,
Marcus

Gast

Re: Zeugungsfähig

Beitragvon Gast » 02.11.2004, 22:45

Hallo

1998 erkrankte ich an Hodenkrebs. Ich musste 10 Woche Cheomo, einige Computertomografien, Röntgen, und was sonst noch alles dazu gehörte über mich ergehen lassen.
4 Jahre danach kam aber meine gesunde Tochter zur Welt und in diesem Jahr mein gesunder Sohn.
Es muss also nicht sein, dass man keine Kinder kriegen kann.

Gruss Rolf


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