KONVENTIONELLE Behandlungsmöglichkeiten

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Marcus Döring
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KONVENTIONELLE Behandlungsmöglichkeiten

Beitragvon Marcus Döring » 06.06.2009, 20:44

[ --- Nota bene: Soweit nicht anders kenntlich gemacht ist jegliche Information auf dieser Seite von einem Hodenkrebspatienten geschrieben und zusammengestellt, der keine ärztliche Ausbildung besitzt. Obwohl sorgfältigst recherchiert kann und soll dies jedoch nicht den persönlichen Besuch bei Eurem Arzt ersetzen! --- ]

Behandlung. Behandlung? Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten. Diese unterscheiden sich nur geringfügig zwischen den Vertretern verschiedener Länder, jedoch ziemlich stark zwischen den verschiedenen medizinischen Richtungen.

Ich glaube, daß es sich lohnt, mindestens zwei Richtungen oder Schulen genauer zu studieren: konventionelle medizinische Schulen, die sich hauptsächlich auf "Messer, Chemie und Strahl", also Operation, Chemotherapie und Bestrahlung, stützen; und Bewegungen im weitesten Sinne holistisch oder ganzheitlich, weil dort der Mensch als ganzes betrachtet und auch behandelt wird.

Andererseits gibt es aber m.E. auch eine Menge Scharlatane, die sich - teilweise absichtlich, teilweise wohl unbeabsichtigt - die Tatsache zunutze machen, daß Krebspatienten in der Regel verzweifelt nach Hoffnung und Hilfe suchen.
Achtet also bitte genau darauf, Euch mehr als eine Meinung anzuhören, ehe Ihr Euch für eine Behandlungsmöglichkeit entscheidet.

Die Behandlung von Hodenkrebs wird aus konventioneller Sicht vermutlich aus einer oder mehreren der folgenden Behandlungsmöglichkeiten bestehen:

    Chemotherapie
    Grundsätzlich versteht man unter "Chemotherapie die medikamentöse Behandlung mit verschiedenen chemischen Substanzen, die Infektionserreger wie Bakterien oder Pilze und Tumorzellen zu schädigen vermögen. ... Entscheidend ist, daß [die verwendete Medikamente] ihre schädigende Wirkung gezielt auf bestimmte krankheitsverursachende Zellen bzw. Mikroorganismen ausüben und diese abtöten oder in ihrem Wachstum hemmen, während normale Körperzellen weniger oder idealerweise gar nicht von dieser Wirkung betroffen werden. In der Behandlung von Infektionskrankheiten heißen diese Substanzen z.B. Antibiotika, in der Krebstherapie Zytostatika.
    Die Chemotherapie ... ist in der Regel eine Intervallbehandlung: Auf eine Behandlungsphase folgt jeweils eine Behandlungspause. Diese Abfolge nennt man 'Zyklus' oder 'Kurs'. Wie lange ein solcher Zyklus dauert, ist unterschiedlich und hängt maßgeblich von den verabreichten Medikamenten ab. Die Behandlungspause zwischen den Zytostatikagaben dient der Erholung und Regeneration des Normalgewebes. ... Die Medikamente werden als Tabletten oder als intravenöse Injektion bzw. Infusion verabreicht. Man gibt entweder nur ein Zytostatikum (Monochemotherapie) oder auch geeignete Kombinationen verschiedener Zytostatika (Polychemotherapie)."
    http://www.krebsinformation.de)

    Blutstammzellentransplantation/ Hochdosischemotherapie
    "Zytostatika (Chemotherapie), die in der Krebsbehandlung eingesetzt werden, schädigen nicht nur Krebszellen, sondern auch gesunde, sich häufig teilende Zellen. Die Stammzellen der Blutbildung gehören zu diesen Zellen. Durch eine intensive, hochdosierte Chemotherapie (Hochdosischemotherapie) ... werden sie im Knochenmark so weitgehend oder vollständig zerstört, dass diese [Methode] nur angewendet werden [kann], wenn unmittelbar danach gesunde Blutstammzellen übertragen werden.
    Die Stammzellentransplantation dient zunächst also nicht als Krebstherapie im eigentlichen Sinne, sondern der Behandlung einer schweren Nebenwirkung beziehungsweise der Vorbeugung von Komplikationen. Gewünscht ist die völlige Zerstörung des Knochenmarks nur bei Leukämien, weil bei dieser Erkrankung Vorläufer von Blutzellen, die eben im Knochenmark gebildet werden, betroffen sind. Aber auch hier muss anschließend die Blutbildung durch Übertragung gesunder Stammzellen wieder in Gang gesetzt werden."
    http://www.krebsinformation.de)

    Strahlentherapie (Bestrahlung)
    "Die Strahlentherapie ist ... eine der wichtigsten Therapiemethoden bösartiger Erkrankungen. Zum Einsatz kommen entweder ausschließlich oder in Kombination mit anderen Methoden energiereiche Formen der elektromagnetischen Strahlung und auch Teilchenstrahlen. Im Gegensatz zur Chemotherapie, bei der das Medikament im ganzen Körper verteilt wird, sind die meisten Formen der Strahlentherapie örtlich begrenzt wirksam. Das bedeutet, daß eine therapeutische Wirkung nur in dem durchstrahlten Körperbereich auftritt. Eine Ausnahme bilden radioaktive Medikamente (Radiopharmaka)."
    http://www.krebsinformation.de)

    Chirurgie: Orchiektomie
    Die endgültige Diagnose einer vermuteten Hodenkrebserkrankung wird höchstwahrscheinlich durch das zeitweise Freilegen des betroffenen Hodens erfolgen. Dies geschieht durch einen Schnitt in der Leistengegend und das Ziehen des Hodens am Samenleiterstrang aus dem Hodensack. Abhängig vom makroskopischen und ggfs. durch Schnellschnitte erfolgenden mikroskopischen Ergebnis werden die Ärzte entscheiden, den Hoden entweder wieder in den Hodensack zurückzuführen oder ihn direkt und vollständig zu entfernen. Letzteres, also die chirurgische Entfernung des Hodens, wird Orchiektomie genannt.
    Das vollständige Entfernen eines Hodens beeinflußt dabei nicht unmittelbar die Möglichkeit zur Erektion oder zur Zeugungsfähigkeit.

    Chirurgie: Retroperitoneale Lymphadenektomie (RLA)
    Es ist mittlerweile allgemein anerkannt, daß Hodenkrebs normalerweise auf einer vorhersagbaren Bahn streut: ausgehend vom Hoden in die Lymphknoten des Retroperitoneums (der Raum hinter der vom Bauchfell ausgekleideten Bauchhöhle), dann aufwärts in die Lunge und weiter in die Leber und ins Gehirn sowie übrige Orte des Körpers.
    Abhängig von Art und Stadium der Krebserkrankung mag es angeraten sein, die entsprechenden Lymphknoten der Retroperitoneums zu entfernen. Genauere Details liefert das folgende Schema (englischsprachig).

    weitere chirurgische Eingriffe
    Zusätzliche chirurgische Eingriffe mögen notwendig erscheinen, falls sich nach Chemo- oder Strahlentherapie immer noch Krebszellen in Form von Metastasen im Körper befinden. Dies betrifft im wesentlichen den Bereich oberhalb des Retroperitoneums, z.B. Lunge oder Leber.

    Beobachtung und weitere Behandlung
    Falls der Hodenkrebs noch nicht gestreut hat, kann man bei bestimmten Krebsarten die Möglichkeit ins Auge fassen, nur abzuwarten und zu beobachten und keine Chemo- oder Strahlentherapie zu verabreichen.
    Dabei muß sich stringent an das vorgegebene Beobachtungsprotokoll gehalten werden, das vorgibt, wann und in welchen Abständen eine Kontrolle der Tumormarker, eine Röntgenuntersuchung und eine Computertomographie erfolgen soll.
    Diesselben Untersuchungen betreffen auch Patienten, die durch eine der obigen Möglichkeiten behandelt wurden und sich jetzt im Stadium der Nachsorge befinden, da eine Rückfallgefahr in den ersten Jahren nach Erstbefall immer besteht.

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