Wenn die Chemo versagt?

Berichte und Erfahrungen zum Leben mit Hodenkrebs, Leben und Sterben
MeinBruder

Wenn die Chemo versagt?

Beitragvon MeinBruder » 15.12.2009, 20:25

Vielleicht ist es etwas ungewöhnlich, dass ich als Schwester eines betroffenen Krebskranken schreibe, aber die Krankheit betrifft wohl alle aus der Familie...

Bei mir ist es also mein jüngerer Bruder (24Jahre). Anfang diesen Jahres wurde bei ihm Hodenkrebs festgestellt, was durch ein Anschwellen des Hodens bemerkbar wurde. Es folgte gleich eine OP, also die Entfernung des betroffenen Hodens und eine gleichzeitige Biopsie des "gesunden", um weiteres auszuschließen. Nun ja, die OP verlief soweit gut und ein anschließendes CT ergab, dass keine weiteren Tumore vorhanden waren. Eine Chemotherapie war also nicht nötig und er wurde als "geheilt" entlassen.

3Monate später bekam er Rückenschmerzen und die Familie riet ihm sofort zum Arzt zu gehen. Bald darauf wurde festgestellt, dass sich ein Tumor im Bauchraum entwickelt hat, der eine Größe von einer Faust angenommen hatte! Es wurde gleich eine Einweisung ins Krankenhaus ausgestellt und die erste Chemo begann. Da es sich um einen Mischtumor handelt wird er auf einen nicht-seminomischen behandelt.
Mittlerweile hat er sein 3. Chemozyklus abgeschlossen und die Ärzte planten einen 4. kommende Woche zu starten und das alles vor einer OP!
Die Chemotherapie bedeutet bei meinem Bruder alle 2 Wochen für 1Woche stationäre Aufnahme und tägliche Chemotüten und sonst jeden Montag ambulante Behandlung. Seine Haare verlor er anfang des 2ten Chemozykluses, was mich dann bewusstwerden ließ das er krank ist, vorher habe ich es noch verdrängt.
Er bekam im 2ten Chemozyklus einen Port gelegt, da er das am Hals nicht mehr ertragen hat. Leider hat sich dieser letzte Woche entzündet und er musste sofort entfernt werden.

Seit gestern wissen wir nun, dass während der 3Chemozyklen keine positiven Veränderungen eingetreten sind.
Das heißt: Der Tumor ist sogar während der Zyklen gewachsen und mittlerweile hat dieser auch weiter in Richtung Lunge gestreut, Metastasen in der Lunge :cry:
Nun habe ich gestern alles in die Wege geleiten, dass er so schnell wie möglich in die Uniklinik zu Spezialisten kommt, in zwei Tagen geht es los.
Es ist schon sehr hart, wenn innerhalb von wenigen Monaten die Diagnose von Krebs im Stadium 1 zum Endstadium wird!
Leider starben in meiner Familie schon zu viele an Krebs, die letzte erst zu Ostern! Ich selbst bin auch beidseitig vorbelastet und muss jährlich zu Kontrollen, da ich mit 19Jahren auch schon verdacht auf Krebs hatte und ich leider zu Geschwüren neige (bisher Gott sei Dank noch immer gutartig)...
Mein Bruder kämpft weiter und wir mit ihm, auch wenn wir nun wissen, dass es sich um einen sehr seltenen und extrem bösartigen Krebs handelt. Die Hoffnung stirbt zu letzt und mein Glauben an eine Heilung gibt mir Kraft, die ich auch meinem Bruder immer wieder geben kann. Ich bin über jede Zeit, die ich mit ihm verbringen kann, sehr dankbar!

**1973**

Re: Wenn die Chemo versagt?

Beitragvon **1973** » 19.04.2012, 23:03

MeinBruder hat geschrieben:Vielleicht ist es etwas ungewöhnlich, dass ich als Schwester eines betroffenen Krebskranken schreibe, aber die Krankheit betrifft wohl alle aus der Familie...

Bei mir ist es also mein jüngerer Bruder (24Jahre). Anfang diesen Jahres wurde bei ihm Hodenkrebs festgestellt, was durch ein Anschwellen des Hodens bemerkbar wurde. Es folgte gleich eine OP, also die Entfernung des betroffenen Hodens und eine gleichzeitige Biopsie des "gesunden", um weiteres auszuschließen. Nun ja, die OP verlief soweit gut und ein anschließendes CT ergab, dass keine weiteren Tumore vorhanden waren. Eine Chemotherapie war also nicht nötig und er wurde als "geheilt" entlassen.

3Monate später bekam er Rückenschmerzen und die Familie riet ihm sofort zum Arzt zu gehen. Bald darauf wurde festgestellt, dass sich ein Tumor im Bauchraum entwickelt hat, der eine Größe von einer Faust angenommen hatte! Es wurde gleich eine Einweisung ins Krankenhaus ausgestellt und die erste Chemo begann. Da es sich um einen Mischtumor handelt wird er auf einen nicht-seminomischen behandelt.
Mittlerweile hat er sein 3. Chemozyklus abgeschlossen und die Ärzte planten einen 4. kommende Woche zu starten und das alles vor einer OP!
Die Chemotherapie bedeutet bei meinem Bruder alle 2 Wochen für 1Woche stationäre Aufnahme und tägliche Chemotüten und sonst jeden Montag ambulante Behandlung. Seine Haare verlor er anfang des 2ten Chemozykluses, was mich dann bewusstwerden ließ das er krank ist, vorher habe ich es noch verdrängt.
Er bekam im 2ten Chemozyklus einen Port gelegt, da er das am Hals nicht mehr ertragen hat. Leider hat sich dieser letzte Woche entzündet und er musste sofort entfernt werden.

Seit gestern wissen wir nun, dass während der 3Chemozyklen keine positiven Veränderungen eingetreten sind.
Das heißt: Der Tumor ist sogar während der Zyklen gewachsen und mittlerweile hat dieser auch weiter in Richtung Lunge gestreut, Metastasen in der Lunge :cry:
Nun habe ich gestern alles in die Wege geleiten, dass er so schnell wie möglich in die Uniklinik zu Spezialisten kommt, in zwei Tagen geht es los.
Es ist schon sehr hart, wenn innerhalb von wenigen Monaten die Diagnose von Krebs im Stadium 1 zum Endstadium wird!
Leider starben in meiner Familie schon zu viele an Krebs, die letzte erst zu Ostern! Ich selbst bin auch beidseitig vorbelastet und muss jährlich zu Kontrollen, da ich mit 19Jahren auch schon verdacht auf Krebs hatte und ich leider zu Geschwüren neige (bisher Gott sei Dank noch immer gutartig)...
Mein Bruder kämpft weiter und wir mit ihm, auch wenn wir nun wissen, dass es sich um einen sehr seltenen und extrem bösartigen Krebs handelt. Die Hoffnung stirbt zu letzt und mein Glauben an eine Heilung gibt mir Kraft, die ich auch meinem Bruder immer wieder geben kann. Ich bin über jede Zeit, die ich mit ihm verbringen kann, sehr dankbar!


Hallo, auch mein Bruder hat Hodenkrebs. Im Endstadium. Wie geht es deinem Bruder??? LG


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