Wie kann ich ihm dabei helfen? Ich muss einfach drüber reden

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Eine Besorgte

Wie kann ich ihm dabei helfen? Ich muss einfach drüber reden

Beitragvon Eine Besorgte » 26.02.2007, 17:25

Hallo!

Ich hoffe, ein paar der Männer hier können mir helfen.

Ich erzähl einfach mal ein bissle die Geschichte und hoffe, dass man mir helfen kann.

Vorneweg: Mein Freund hat die Erkrankung bereits überstanden. Aber unsicher bin ich mir dennoch.


Ich bin seit einem halben jahr mit ihm zusammen und erst am WE hat er mir gestanden, was mit ihm passiert ist. Und das auch nicht wirklich freiwillig.
Als ich ihn kennenlernte ist mir zu allererst seine große narbe am bauch aufgefallen. Da ich selbst Krebs in der Familie hatte, war das ein riesenschock für mich, und ich hab ihn gefragt, was wie wo. Er sagte mir dann, er hätte Krebs gehabt, und man hätte ihn aufgemacht, um die Lymphdrüsen rauszunehmen. Soweit konnte ich ihm folgen, kannte ich das doch schon als Methode bei Krebs. Tja, und dann dauerte es nicht lange und mir viel natürlich auf, das "unten" etwas fehlte.
Durch ein paar Fragen habe ich ihn versucht aus der Reserve zu locken, aber er war so abweisend, dass ich nicht weiter gefragt habe, man möchte ja niemanden bedrängen. Natürlich fragte ich mich irgendwann, ob die Narbe am bauch vielleicht auch mit seinem fehlenden Hoden zu tun hat, aber NIE kam ich so richtig an ihn ran, NIE erzählte er mir die geschichte.
Gestern abend hab ich das dann wohl doch ganz geschickt eingefädelt.
Er hat mir also gestanden, dass er den krebs "weiter unten" hatte.

nach langer Aussprache hab ich dann auch mal ein paar einzelheiten mehr erfahren, aber wirklich nur auf druck. Ich hab einfach das Gefühl, er hat erstens seine angst noch nicht verarbeitet und schämt sich zweitens auch noch.

Ich will ihm da irgendwie helfen, ich weiß nur einfach nicht wirklich wie. Mir macht es nichts aus, dass da was fehlt, warum auch. Aber mehr als ihm das sagen fällt mir eben nicht ein. Er verdrängt das total, eben, als sei da nie etwas gewesen. Er hat seinen Freundinnen davor zum beispiel nie etwas gesagt (warum sie nicht gefragt haben bleibt mir ein Rätsel) Aber das kann ich eben nicht. ich bin ein offener mensch und will mit ihm darüber reden. Es tut mir einfach weh, dass ihm das noch so zu schaffen macht (ist 8 jahre her).

habt ihr tipps?

Irgendwelcher Art?

Irgendwie muss ich doch an ihn rankommen, aber eben wie?

Was will "Mann" hören?

Danke schonmal!!!


Die besorgte

Gast

Beitragvon Gast » 26.02.2007, 20:29

Hallo erst mal,
ich weiss nicht so genau, was Du ihm sagen kannst. Aber, wenn Du ihm einfach nur zu spüren gibst, dass es Dir nichts ausmacht, dass da etwas fehlt, dann wird er schon merken, dass Du kein Problem hast.
Du sagst, dass Ihr beide zum ersten mal drüber gesprochen habt. Also heisst das ja auch für ihn, dass er zum ersten mal jemandem hat, bei dem er auch weiss, dass die Frau (offiziell) bescheid weiss.
Also, gehe einfach ganz normal mit ihm um.
Bei mir ist es so, dass es sechs Jahre her ist und ich gar kein Problem damit habe. Auch meine Partnerin nicht.

Gruß

Katrin

Beitragvon Katrin » 27.02.2007, 14:53

Das kommt mir bekannt vor. Bei uns war auch ich diejenige, die das größere Bedürfnis hatte darüber zu reden.

Mein Freund hat niemandem, außer seiner Familie natürlich, etwas erzählt. Und das ist bis heute so geblieben, nicht einmal sein bester Freund weiß bescheid. Heute, das ganze ist jetzt fast 3 Jahre her, spricht er eigentlich überhaupt nicht mehr darüber. Was seine Nachsorge-Untersuchungen betrifft, so erinnere ich ihn an die Termine und halte seine Familie auf dem Laufenden, damit sie wissen, dass alles in Ordung ist und sich keine Sorgen machen. Ich hab dir das jetzt nur erzählt, damit du siehst dass dein Freund nicht der einzige der das Thema am liebsten ausblendet.

Menschen sind verschieden, es gibt Menschen die über solche Dinge reden wollen und genauso gibt es auch welche die lieber so tun als wenn nie etwas gewesen wäre. Dein Freund gehört anscheinend zu letzteren, das solltest du akzeptieren. Das ist anscheinend seine Art damit umzugehen und das ist auch okay so. Und vor allem heißt es nicht automatisch dass er Angst hat, sich schämt, etwas noch nicht verarbeitet hat oder ihn etwas belastet.

Also mein Tipp, versuch dir nicht ganz so viele Gedanken zu machen. Dein Freund hat anscheinen alles gut überstanden und ist gesund, das ist das wichtigste. Wenn er nicht darüber reden will, hilfst du ihm wahrscheinlich am meisten indem du ihn auch nicht dazu zwingst.

Wichtig ist, dass er weiß, dass er jeder Zeit mit dir darüber reden könnte, dass du keine Problem mit dem Thema hast, dass du ihn so liebst wie er ist, dass der fehlende Hoden für dich absolut keine Rolle spielt und dir nur wichtig ist dass er gesund und glücklich ist.

Die Besorgte

Beitragvon Die Besorgte » 27.02.2007, 17:27

Das was du als letzteres geschrieben hast, hab ich ihm genau so gesagt und das hat er auch sehr gerne angenommen.

Dass er es verdrängt ist leider nicht nur mein Empfinden, es ist so, er sagt es selbst.

Zum reden drängen will ich ihn in keinem Fall, das wäre bei dem Sturrkopp so auch nicht möglich *zwinker*


Ansich ist auch alles in Ordnung, wir haben gestern abend am telefon noch einmal drüber geredet, er versteht, wie ich es meine, ich verstehe, wie er es meint, etc.

Sind da halt anderer Ansicht, aber das kann man nicht ändern. Das wird uns in jedem fall nicht entzweien, irgendwie klappt das schon.

Danke in jedem Fall für eure Tipps!


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