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Moritz

hilfe!!!

Beitragvon Moritz » 24.06.2006, 12:00

hallo,

ich heisse Moritz und bin 15 Jahre alt, ich habe letztens an meinem Hoden ein knotenartiges etwas gefühlt... in meinem linken Hoden... Dann habe ich im Internet gelesen das es Hodenkrebs ist...

ICH HABE SO ANGST!!!
Ich trau mich nicht zum Doktor zu gehen... wenn er mir wirklich sagt das ich Hodenkrebs habe, dann werde ich mich warscheinlich umbringen, ich habe 2 Tage lang fast nicht anderes gemacht als darüber nachgedacht... ich kann mir nicht vorstellen ein Leben zu führen OHNE HODEN! Ich werde NIEMALS eine Freundin bekommen, NIEMALS kinder zeugen können... werde mich IMMER schämen.. und einfach das Gefühl..... das schaffe ich nicht, ich habe aber sooo angst etwas zu unternehmen, bitte helft mir!!! Meinen Eltern habe ich es auch noch nicht erzählt, nur ich weiss davon.... BITTE! Ich muss immer heulen deswegen und frage mich, womit ich das nur verdient habe.
BITTE HELFT MIR

A. (Gästin)

Beitragvon A. (Gästin) » 24.06.2006, 17:12

Hallo mein lieber Junge,

....nun erst mal halblang!!!
Wenn man einfach so mit einem Blick ins Internet Krebs feststellen könnte, bräuchte man ja gar keine Ärzte mehr...
Das was du da getastet hast, ist ja möglicherweise sogar völlig normal oder irgend etwas Harmloses.

Natürlich kann ich dir nicht sagen/garantieren, dass es kein Hodenkrebs ist - das kann wirklich nur der Arzt (am besten ein Facharzt für Urologie), zu dem du am besten gleich mal am Montag gehen solltest, schon allein, damit du nicht womöglich völlig unnötig weiter weinen und dich ängstigen musst.
Die Untersuchung dort ist auch überhaupt nicht schlimm:
Der Doktor wird die Hoden abtasten, sie wahrscheinlich zur Sichrheit auch mit Ultraschall untersuchen und eventuell eine Blutprobe abnehmen.
Es kann gut sein, dass du dann sehr erleichtert die Praxis wieder verlässt.

Und wenn doch Verdacht auf einenTumor bestehen sollte, ist das wirklich nicht die Katastrophe, die dir da gerade im Kopf herumspukt.
Ich weiß, wovon ich spreche, denn mein allerbester und sehr geliebter Freund hat vor knapp zwei Jahren diese Diagnose bekommen.
In diesem Fall müsste man zwar die kranke Hode schon entfernen - aber das heißt doch überhaupt nicht, dass du künftig keinen Sex haben kannst oder keine Freundin bekommen wirst. Ich jedenfalls liebe diesen Mann seit seiner Erkrankung im Gegenteil noch viel mehr, und manchmal machen wir sogar Witze darüber und sagen, dass er eben nun "eineiiger Zwilling" ist.
Und es sind auch so viele Männer auch nach Hodenkrebs noch Väter geworden.
Die OP wäre auch keine schlimme, mein Freund war schon nach zwei Tagen bereits wieder zuhause und hatte auch nur ganz wenig Schmerzen.
Bei ihm war außer regelmäßigen Untersuchungen danach nicht einmal eine weitere Behandlung nötig - eben u. a. deshalb, weil er sofort und damit rechtzeitig zum Urologen gegangen ist.
Und selbst wenn andere Therapien folgen müssten, ist auch das zu überleben - vor allem bei der Aussicht auf eine fast 100-prozentige Heilungschance.

Ich hoffe, mein Lieber, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen und dich zumindest ein Stück aus der Panik herausholen.
Jetzt schaue nicht mehr ins Internet (ist ohne echtes medizinisches Wissen manchmal regelrecht gefährlich!!!), sondern gucke Fußball, gehe raus in die Sonne oder ins Schwimmbad oder auf eine Fete - und dann eben am Montag zum Arzt.
Einen herzliche Gruß von A., die füher manchmal auch arge und meist unnötige Ängste wegen irgendwelcher Krankheiten hatte und sich deshalb wohl ganz gut in dich hineinversetzen kann...

Karlson

Ja, lass mal Luft ab.

Beitragvon Karlson » 28.06.2006, 22:18

Lieber Moritz,

ab zum Urologen.


Die Hoden sind ein sehr lebendiges Gewebe, das macht sie für Krebs recht anfällig. Ich habe vor nunmehr 17 Jahren einen geschwollenen Hoden gehabt und habe es zunächst auf Sprünge ins Meer geschoben.
Das hat 2 Tage gedauert und dann bin ich zum Urologen. Einen Tag später lag ich im OP und dann war er weg.

Ein Glücksfall weil es ein abolutes Frühstadium war (m0p0t0 oder so ähnlich) und der Typ von Tumor (Seminom) sehr gekapselt war und wenig streut (Lymphe entlang der Wirbelsäule).


Ich war damals mit 28 schon etwas älter und hatte sehr ähnliche Ängste bezüglich Frauen und eigenen Kindern.

Nun, die Gewißhwit, dass die Frau, die das nicht akzeptiert auch nicht akzeptabel ist, wuchs sehr schnell.
Eine begleitende Klinikstudie (Schutz des verbliebenen Hodens bei Bestrahlung durch Medikamente, die ihn "in der Entwicklung zurückversetzen") war nicht ermutigend. Ganz wenig vitale Spermien. Aber eines reicht und mein Sohn wird bald 14.

Ein weiterer Tumor 6 Jahre später war zunächst sehr frustierend aber es hat auch was. Sex ohne Verhütung macht unendlich Spass, vorausgesetzt die Partnerin passt.

Und, in den Jahren der Nachsorge wollte mir ein Arzt in Urlaubsvertretung mal ein paar Plastikhoden verpassen, was für ein Unsinn.

So, jetzt ab zum Urologen. Der macht zunächst ein Ultraschall und dann seht ihr weiter.

Gast

Beitragvon Gast » 01.07.2006, 12:25

Aber, wie sieht das denn bitte aus?
Wenn der Hoden weggenommen wird, dann auch der Hodensack oder???
Ich kann mir das garnicht vorstellen

Karlson

Das sieht fast normal aus

Beitragvon Karlson » 03.07.2006, 22:00

Zur Entnahme eines Hodens wird ein Schnitt neben der Leiste gesetzt, also bildlich im Schamhaar, V-förmig über der Peniswurzel.

Ein Schnitt im Hodensack würde kaum zuwachsen.

Fränk
Beiträge: 17
Registriert: 20.10.2004, 16:22
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Beitragvon Fränk » 06.07.2006, 15:48

Hallo,

bei mir war es ein Schnitt in den Hodensack. Warum soll das nicht zuheilen?


vg Frank
Mein Erfahrungsbericht: http://www.diagnose-hodenkrebs.de


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