Meine Geschichte mit Verlaufskontrolle

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Sam68
Beiträge: 1
Registriert: 01.07.2011, 13:55

Meine Geschichte mit Verlaufskontrolle

Beitragvon Sam68 » 02.07.2011, 10:18

Guten Morgen an alle Mitbetroffenen, Angehörigen und User dieses Forums. Nachdem ich auch seit kurzem zu den Betroffenen gehöre habe ich mich entschlossen, hier meine Geschichte zu posten, um eventuell anderen auch zu helfen und vor allem auch Antworten auf meine Fragen zu erhalten.

Zunächst einmal zu meiner Geschichte:
Ich hatte eigentlich noch nie Probleme gesundheitlicher Art und war auch, meines Wissens nach, noch nie vorher bei einem Urologen. Allerdings hatte ich von klein an einen Hodenhochstand bzw. einen Wanderhoden, der gelegentlich in den Bauchraum hochrutschte, was mich allerdings nie behinderte, störte, oder irgendwie schmerzhaft war.

Am 18.03.11 beim Baden war mir aufgefallen, daß irgendetwas nicht stimmt, mein linker Hoden war geschwollen und der Hodensack stark gerötet. Ich hatte auch sofort mit meiner Frau darüber gesprochen und da Wochenende war haben wir versucht uns im Internet zu informieren. Wir hatten nachgelesen, daß es sich auch um eine Hodenentzündung aufgrund einer Angina handeln könnte und weil diese gerade bei uns zu Hause kursiert hatte, war ich zunächst einmal etwas beruhigt. Ich wollte eine Erkrankung eigentlich auch verdrängen, da unser Urlaub schon gebucht war und wir eine Woche später fliegen wollten. Am 20.03. hatte ich dann irgendwie ganztägig ein Ziehen in der Leiste und meine Frau überzeugte mich dann doch, am 21.03. einen Urologen aufzusuchen. Er beruhigte mich zunächst und zählte mir viele mögliche Ursachen für eine Erkrankung dieser Art auf, die Ultraschalluntersuchung ergab allerdings leider Klarheit: "Nein, das ist leider ein Tumor, OP am Mittwochmorgen 08.30 Uhr" Schock, Angst, Hoffnung, alles gleichzeitig in einer Sekunde über uns hereingebrochen. Da ich aber zu den durchaus positiv denkenden Menschen gehöre und mich nicht in ein Schicksal füge ging ich es dann an.

Am 23.03.11 wurde der betroffene Hoden entfernt (Hodencarcinom) und am rechten Hoden wurde eine Gewebeprobe entnommen, die Operation verlief sehr gut, eine Blutentnahme am Folgetag ergab, daß die Tumormarker gleich nach der OP abgefallen waren und ich konnte das Krankenhaus am 24.03.11 schon wieder verlassen. Die Wundkontrolle verlief ambulant und am 28.03. erhielt ich die vorläufige Histologie des entfernten Tumors, ein Seminom, wobei wir den entgültigen Befund aus der Uni-Klinik noch abwarten sollten. Am 01.04 wurden die Fäden gezogen und der Befund des Stagings war auch gekommen, ein Seminom begrenzt auf Hoden und Nebenhoden mit Blut- Lymphgefäßinvasion (T2), was weitere Unetersuchungen nötig machte, der zweite Hoden war nicht befallen.
Am 04.04.11 wurde dann ein CT durchgeführt, Thorax und Abdomen, den Befund erhielt ich sofort im Anschluß an die Untersuchung, auch auf CD mit. Keine Metastasen feststellbar, Organe alle in Ordnung, Lymphknoten unauffällig. Blutergebnisse auch völlig in Ordnung.
Die Klassifikation meiner Erkrankung wurde eingestuft auf: T2N0M0
Das Stadium der Erkrankung: 1B
Am 07.04 wurde ich dann noch zu einem weiteren Urologen überwiesen, um eine zweite Meinung zu hören und die weitere Therapie festzulegen. Nach den aktuellen Richtlinien der Urologen für solche Erkrankungen gibt es zwei Möglichkeiten für eine weitere Therapie:

1. Die Wait&See Therapie, also keinerlei weiteren Maßnahmen, sondern eine engmaschige Nachsorge, alle drei Monaten für drei Jahre nach der OP mit Blutkontrolle, CT und Nachsorgeuntersuchung, dann halbjährlich bis zum fünften Jahr und danach einmal jährlich.
2. eine einmalige Chemotherapie, also ein bestimmtes Medikament wird einmalig ambulant verabreicht.

Bei einer Chemotherapie liegt die Rezidive (Rückfallwahrscheinlichkeit) bei 6-10% der Betroffenen, ohne Chemo bei 10-20%. Bei beiden Therapien liegen die Heilungschancen, im Falle einer Rezidive und frühen Erkennung, weiterhin bei 90-98%.

Ich habe mich für Wait & See entschieden, was ich aufgrund der bis dato vorliegenden Befunde und Ergebnisse, immer wieder so machen würde.

Diese Woche war es dann soweit, meine erste Nachsorgeuntersuchung. Am Montag, den 27.06.11 gleich mit der CT begonnen. Befund: Ernüchterung
Nachweis einer 16 mm großen Lymphknotenmetastase links paraaortal des Nierenstils, Organe ohne Befund, kein Hinweis auf Leberfiliae. Am 28.06.11 Nachuntersuchung und Blutkontrolle, alles unauffällig.

Am 30.06.11 wurde ich dann wieder in die Klinik überwiesen, um die weiter Therapie zu besprechen. Ich werde mich einer Chemotherapie unterziehen müssen, wobei noch zwei Befunde ausstehen (HNO und Neurologe) bevor die Medikation festgelegt wird. Diese Termine habe ich in der kommenden Woche. Nach Festlegung der Medikation werden auch die Zyklen festgelegt, entweder zwei oder drei. Bei zwei Zyklen würde die Therapie 7 1/2 Wochen dauern, bei 3 Zyklen 9 Wochen.
Wie sind da die Erfahrungswerte von anderen?

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, daß ein Medikament bereits ausgeschlossen wurde, da ich Raucher und Ü 40 bin.

Am 08.07.11 muß ich zur pre-stationären Aufnahme wieder ins Krankenhaus und am 10.07. zur stationären Aufnahme, am 11.07. wird mit der Therapie begonnen. Ich werde auch versuchen, wenn mir das möglich sein sollte, hier einen Verlaufsbericht bzw. ein Tagebuch über die Chemotherapie zu schreiben.

mariob

Re: Meine Geschichte mit Verlaufskontrolle

Beitragvon mariob » 20.07.2011, 22:26

Hallo Sam,

ich bin eigentlich gerade kurz davor, mich ins Bett zu begeben. Da ich aber weiß, wie wichtig eine noch so simple Replik auf einen Eintrag ist, will ich Dir an dieser Stelle einfach alles erdenklich Gute, viel Kraft, Liebe Deiner Angehörigen, Zuversicht und vor allem Gesundheit für die kommenden Wochen wünschen.
Ich habe zwei Zyklen hinter mir, und ich weiß, dass man da ganz alleine durch muss. Aber in Gedanken sind viele bei Dir...

Alles Gute und bei Zeiten mehr von mir.
Ich würde mich freuen zu hören, wie es Dir geht.

Gruß,
Mario

mariob

Re: Meine Geschichte mit Verlaufskontrolle

Beitragvon mariob » 20.07.2011, 22:27

Hallo Sam,

ich bin eigentlich gerade kurz davor, mich ins Bett zu begeben. Da ich aber weiß, wie wichtig eine noch so simple Replik auf einen Eintrag ist, will ich Dir an dieser Stelle einfach alles erdenklich Gute, viel Kraft, Liebe Deiner Angehörigen, Zuversicht und vor allem Gesundheit für die kommenden Wochen wünschen.
Ich habe zwei Zyklen hinter mir, und ich weiß, dass man da ganz alleine durch muss. Aber in Gedanken sind viele bei Dir...

Alles Gute und bei Zeiten mehr von mir.
Ich würde mich freuen zu hören, wie es Dir geht.

Gruß,
Mario


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