Zum Arzt gehen - hat mir wahrsch. einiges erspart!

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Alex
Beiträge: 2
Registriert: 17.12.2004, 11:27

Zum Arzt gehen - hat mir wahrsch. einiges erspart!

Beitragvon Alex » 17.12.2004, 12:05

Hallo alle zusammen,
ich bin neu hier und möchte nur mal kurz meine Geschichte erzählen, schon um andere zu ermutigen, auf jeden Fall zu Arzt zu gehen, falls man was ungewöhnliches am Hoden bemerkt und "nicht ganz sicher ist".

Ich hab vor etwa 2 Monaten beim Abtasten der Hoden im linken einen Knoten entdeckt, der vorher nicht da war - hat nicht mal weh getan, nur etwas druckempfindlich. Hätte also einfach eine kleine Entzündung von irgendwas sein können, es war auch eher auf der Rückseite, wo der Hoden ja nicht so ganz glatt ist, also etwas schwierig zu beurteilen.

Hat mich aber doch beunruhigt (ich hab auch immer schon etwas zur Hypochondrie geneigt) und ich hab gedacht was solls - wahrscheinlich machst Du Dich nur wieder verrückt, aber gehen wir halt mal zum Urologen, nur um Gewissheit zu haben, daß das eh nichts ist. Hodenkrebs, hab ich gedacht, ist sicher deutlicher zu spüren - aber ich war eben doch besorgt.

Glücklicherweise hab ich noch in derselben Wochen einen Termin bei einem Urologen gekriegt, der noch dazu ein ziemlicher Profi mit dem Ultraschallgerät ist, wie sich herausgestellt hat. Der hat das kurz angeschaut und gleich gesagt ja, da ist was im Hoden, da sollte so schnell wie möglich eine Freilegung gemacht werden, und wahrscheinlich muß das ganze Ei entfernt werden. Das war natürlich ein Schock, ich hab gedacht, das gibts einfach nicht, das kann nicht wirklich mir passieren!
Er hat mich aber auch gleich beruhigt und gesagt auch wenn es wirklich bösartig ist, daran stirbt man nicht, die Heilungschancen sind praktisch 100%. Er hat mir dann auch gleich einen Termin besorgt so daß ich noch am selben Abend ins AKH einchecken konnte, und am nächsten Tag ist schon operiert worden. Wie sich herausgestellt hat, war es tatsächlich ein Seminom - ca. 1,7 cm groß (also noch eher klein) und noch im Hoden eingeschlossen.

Dann hieß es leider erstmal ca. 10 Tage warten, bis alle Befunde da waren (CT, Histologie,....), daß war natürlich keine angenehme Zeit, weil man denkt natürlich doch, was ist, wenn grad ich der "untypische" Fall bin, wo dann doch alles noch schlimmer ist...
Aber die Nachrichten bei der Befundbesprechung waren dann doch gut (im Rahmen des möglichen), nämlich daß erstmal keine weitere Therapie nötig ist, nur Kontrollen alle 3 Monate. Das Rezidivrisiko liegt lt. Ärzten nur bei ca. 5 %, also zu 95% ist es damit schon überstanden (auch das Rezidiv wär heilbar, aber dann hiesse es halt Chemo).

Also zusammenfassend, wäre ich nicht so übernervös gewesen und wegen "so einer Kleinigkeit" nicht gleich zum Arzt gelaufen, würde ich jetzt vielleicht an der Chemotherapie hängen. So konnte ich sogar meinen geplanten Urlaub antreten, von dem ich gerade zurückgekommen bin.

Natürlich gibts jetzt noch die Ängste, es könnte noch was nachkommen - die werden mich wohl noch länger begleiten. Aber insgesamt sind die Chancen, daß es glimpflich ausgeht, wohl doch sehr gut.

Also, im Zweifenlsfall immer Untersuchen lassen - es lohnt sich, gerade dann, wenn die Befürchtungen wirklich berechtigt waren (sonst natürlich auch- dann ist man die Angst los).

lg
Alex

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