Mut mach Threat - Hodenkrebs

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CubaLibre

Mut mach Threat - Hodenkrebs

Beitragvon CubaLibre » 29.09.2007, 21:45

Hallo

Ich werde hier meine Geschichte rein schreiben um einigen von euch Mut zu machen und die Angst vor dem Arzt zu nehmen die mich fast ins Grabe gebracht hätte.
Vorgeschichte:
ich hatte mit fast 17 Jahren unverschuldet einen Moped Unfall auf dem Weg zur Arbeit. Dabei brach ich mir beide Handgelenke plus den Rechten Oberschenkel. Zahlreiche Röntgenbilder folgten. Oft wurden meine Hoden nicht abgedeckt. Worauf ich im Gegensatz zu heute auch nicht bestand. Fazit: ca. 1 Monat nach dem Unfall noch in der Krankengymnastik merkte ich beim Duschen einen Knoten am rechten Hoden. Einerseits wurde mir sofort klar das ist nicht gutes es könnte Hodenkrebs sein. Andererseits dachte ich neeee, mit gerade mal 17 Jahren passiert sowas nicht. Wird schon wieder weg gehen. Und somit baute ich mir nach und nach meine Mauer auf um mich von der Wahrheit zu distanzieren. Der Hoden wugs und wugs. Er war zum Schluss fast doppelt so groß. Und noch immer war ich zu bescheuert die Wahrheit zu akzeptieren. Ich spürte bereits das ich im Bauchraum einen komischen Knoten hatte der sich komisch anfühlte. Ich lebte einfach weiter in meiner Scheinwelt und lebt von einen Tag in den nächsten.
Dann der Wendepunkt. Ich lernte mit 18 eine Frau kennen was meine Freundin wurde. Wie es so ist wollte man nach ner Zeit mehr und mir wurde klar so kann ich mich nicht präsentieren. Von einem Moment auf den anderen stürzte die Mauer ein und ich wollte nur noch so schnell wie möglich ins Krankenhaus mir ein paar Spritzen geben lassen um schnell fit im Schritt für meine Freundin zu werden. Denkste! Erst wollte man mich im KH gar nicht ohne Überweisungsschein untersuchen bis mich die Sekretärin gefragt hat wegen was für einem Verdacht ich hier bin. Meine Antwort "Hodenkrebs". Von da an ging alles rasend schnell. Ich wurde plötzlich von 4 oder 5 Ärzten untersucht. Sie meinten nur ich solle jemanden anrufen der mir Sachen bringt sie würden mich nicht mehr heim lassen ich würde morgen operiert werden. Ich dachte scheiße was hast du da nur für ne Scheiße gebaut. Da es mir bestätigt wurde das er bösartig ist und bereits Lymphknoten im Bauch befallen hat. Wärend ich vor dem CT meine 1,5 Liter Kontrastmittel trinken durfte traf meine Mutter ein. Dann ging das Geweine erstmal los und ich wurde mir noch klarer was ich da für Scheiße gemacht habe. Auf jeden Fall kam bereits am nächsten Morgen die OP und ich durfte vom rechten Ei adeee sagen was mich bis heute aber eigentlich nie belastet hat! Man hat mir eine Prothese angeboten die ich aber dankend abgelehnt habe da ich der Meinung bin das ich mich für diese Krankheit und die verbundene Zeit nicht zu schämen brauche.
Es folgten nach der OP 3 kleine Chemos die ich für sehr easy empfand. Doch leider ging nach diesen dreien der Tumor im Bauch kaum zurück also folgten 3 etwas heftigere bei denen ich die Nebenwirkungen der Chemos kennen lernen durfte. Danach ging er etwas zurück und man beschloss ihn operativ zu entfernen. Eine 4,5 Stunden OP in der man Bauch danach mit ca.40 Klammern zusammen geflickt wurde. Um ehrlich zu sein als ich danach aufwachte dacht ich nur ich will sterben! Die Schmerzen waren echt heftig. Aber die Zeit ging auch vorüber. Danach folgten 3 weitere Chemos nur um sicher zu gehen das nichts zurück kommt.
Obwohl Ärzte damals zu meinen Eltern meinten das ich die alles nicht überleben werde hab ich es trotz sehr großer Dummheit geschafft. Was ich wohl einzig und allein meinen Ärzte im Krankenhaus K....n zu verdanken habe. Wäre ich Idiot damals gleich gegangen hätte ich mit Sicherheit keinen 1 jährigen harten Weg vor mir gehabt. Und mein Bauch wäre Narbenfrei!
Das Beste: trotz einem Ei habe ich seit dem 5.1.2007 eine kleine Tochter bekommen. Ich gebe zu es war nicht geplant aber es ist doch einfach geil das es trotzdem funktioniert. An diesem Tag hab ich mir gedacht ich muss das an andere weiter geben die auch diese Krankheit haben/hatten. Es geht Jungs! Ich weiß nicht ob es nach der Chemo gegangen wäre das bestimmt nicht aber die Zeit heilt so zu sagen alle Wunden und macht die kleinen Soldaten wieder fit. ;-)

Inzwischen bin ich fast 27, glücklicher Papa mit der Mami zusammen und seit über 8 Jahren Krebs geheilt.

Fazit:
ich möchte mit meinem Threat Männern die Angst vorm Arzt nehmen. Wenn ihr was spürt zögert nicht. Hodenkrebs ist eine sehr gut zu behandelnde Krebsart. Je schneller ihr beim Arzt seit desto kürzer wird euer Leidensweg bzw habt erst gar keinen. Und Kinder sind trotzdem möglich!!! Da heißt es einfach nur üben üben üben ;-)

Wenn ihr fragen habt dürft ihr gerne fragen: cubalibreee@web.de

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